Katzen bekommen Durchfall meistens durch einen abrupten Futterwechsel, verdorbenes Futter, Parasiten oder eine Magen-Darm-Infektion. In den meisten Fällen klingt der Durchfall innerhalb von 24 bis 48 Stunden von selbst ab, sofern die Katze weiterhin trinkt und keine weiteren Symptome zeigt.
Unsere Empfehlung
Hill’s Prescription Diet i/d: Schonkost bei empfindlichem Katzenmagen
Katzendurchfall ist ein häufiges Symptom mit vielen möglichen Ursachen: falsches Futter, Parasiten, Stress oder Infektionen. Über 70 Prozent der Fälle bei erwachsenen Katzen sind futterbedingter Natur. Leichter Durchfall ohne Blut oder Erbrechen lässt sich oft mit Schonkost und ausreichend Wasser zu Hause behandeln. Blutiger Durchfall, anhaltende Symptome über 48 Stunden oder Durchfall bei Welpen erfordern immer einen sofortigen Tierarztbesuch.
Welche Ursachen hat Durchfall bei Katzen?
Durchfall entsteht, wenn der Darm Wasser nicht ausreichend aufnimmt oder zu viel Flüssigkeit in den Darm abgibt. Bei Katzen sind die häufigsten Auslöser gut dokumentiert. Ein abrupter Futterwechsel ist mit Abstand die häufigste Ursache: Der Magen-Darm-Trakt braucht mindestens 7 bis 10 Tage, um sich an ein neues Futter zu gewöhnen. Wechselt man von heute auf morgen, reagiert die Darmflora mit Durchfall.
Weitere häufige Ursachen im Überblick:
- Parasiten: Giardien, Würmer und Kokzidien sind klassische Verursacher, besonders bei Freigängern. Eine regelmäßige Wurmkur bei Katzen: Wann sie nötig ist und wie sie funktioniert kann parasitenbedingten Durchfall effektiv verhindern.
- Verdorbenes oder ungeeignetes Futter: Reste vom Tisch, zu fetthaltiges Essen oder abgelaufenes Nassfutter überfordern das Verdauungssystem.
- Stress: Umzüge, neue Tiere im Haushalt oder Tierarztbesuche können die Darmtätigkeit kurzfristig erheblich stören.
- Infektionen: Bakterielle Infektionen durch Salmonellen oder Campylobacter sowie virale Erreger wie das Parvovirus (Panleukopenie) können schwere Diarrhoe auslösen.
- Laktoseintoleranz: Über 85 Prozent aller erwachsenen Katzen vertragen Milch nicht, da ihnen das Enzym Laktase fehlt.
- Chronische Erkrankungen: IBD (entzündliche Darmerkrankung), Hyperthyreose oder Pankreasinsuffizienz können wiederkehrenden Durchfall verursachen.
Wie erkennt man Durchfall bei Katzen und wann wird es ernst?
Gesunder Katzenkot ist geformt, dunkelbraun und geruchsarm. Von Durchfall spricht man, wenn der Kot weich, breiig oder flüssig ist und mehr als zweimal täglich auftritt. Wichtig ist die genaue Beobachtung: Handelt es sich um akuten Durchfall (unter 2 Tagen) oder um chronischen Durchfall (über 3 Wochen)?
Blut im Stuhl, Erbrechen, Apathie, sichtbarer Gewichtsverlust oder Durchfall bei Katzenwelpen unter 12 Wochen sind medizinische Notfälle. Bitte suche in diesen Fällen umgehend einen Tierarzt auf, da Dehydratation bei Jungtieren innerhalb weniger Stunden lebensbedrohlich werden kann.
Folgende Alarmsignale erfordern einen sofortigen Tierarztbesuch:
- Blutiger oder sehr dunkel gefärbter Kot
- Durchfall länger als 48 Stunden bei erwachsenen Katzen
- Gleichzeitiges Erbrechen und Durchfall (Dehydrationsgefahr!)
- Eingefallene Augen, trockenes Zahnfleisch, träge Hautfalte (Zeichen für Dehydratation)
- Katze frisst seit mehr als 24 Stunden nichts
Hausmittel und die 3-Stufen-Schonkost-Methode
Bei unkompliziertem, kurzem Durchfall ohne Begleiterscheinungen lässt sich mit der folgenden 3-Stufen-Schonkost-Methode gut gegensteuern:
| Stufe | Massnahme | Dauer |
|---|---|---|
| 1. Fasten | Futter für 12 Stunden weglassen (KEIN Wasser weglassen!) | 12 Stunden |
| 2. Schonkost | Gekochtes Hühnchen ohne Haut und Knochen, dazu etwas gekochter Reis oder Kürbis | 24 bis 48 Stunden |
| 3. Wiedereinführung | Normales Futter schrittweise über 5 bis 7 Tage wieder einführen | 5 bis 7 Tage |
Probiotika für Katzen können die Darmflora zusätzlich stabilisieren. Studien zeigen, dass Lactobacillus-Stämme die Erholungszeit bei akuter Diarrhoe bei Katzen um bis zu 30 Prozent verkürzen können. Ein Probiotikum speziell für Katzen kann als ergänzende Maßnahme sinnvoll sein.
Probiotikum für Katzen (z. B. Vetri-Science Vetri Probiotic)
- Unterstützt die Darmflora gezielt nach Durchfall oder Antibiotika-Behandlung
- Einfache Anwendung als Pulver über das Futter
- Kein Ersatz für eine tierärztliche Diagnose bei anhaltenden Symptomen
Welche Rolle spielt die Ernährung bei wiederkehrendem Durchfall?
Chronischer oder wiederkehrender Durchfall deutet häufig auf eine Futtermittelunverträglichkeit hin. Häufige Problemzutaten sind Getreide (Weizen, Mais), künstliche Aromen, Konservierungsstoffe sowie tierische Proteine, auf die manche Katzen sensibel reagieren, zum Beispiel Hühnchen oder Rind. Eine sogenannte Eliminationsdiät mit einem einzigen, für die Katze neuen Protein (wie Ente, Pferd oder Känguru) über mindestens 8 Wochen kann die Ursache aufdecken.
Getreidefreies Futter ist nicht automatisch das Richtige bei Durchfall. Entscheidend ist die Gesamtzusammensetzung: zu hoher Fettgehalt überfordert die Bauchspeicheldrüse, zu viel unlösliche Ballaststoffe beschleunigen den Darmtransit zusätzlich. Bei empfindlichen Katzen empfiehlt sich ein hydrolysiertes Protein-Diätfutter, da die Proteinbestandteile so klein sind, dass das Immunsystem nicht mehr darauf reagiert. Diese Futtersorten sind meist rezeptpflichtig und sollten nach Rücksprache mit einem Tierarzt eingesetzt werden.
Hill’s Prescription Diet i/d Sensitive Katzenfutter
- Klinisch getestetes Schonkost-Futter bei Magen-Darm-Problemen
- Präbiotische Fasern unterstützen eine gesunde Darmflora
- Rezeptpflichtig, daher Tierarztrücksprache erforderlich
Was macht der Tierarzt bei Katzendurchfall?
Der Tierarzt wird zunächst eine gründliche Anamnese erheben: Wie lange besteht der Durchfall? Wurde das Futter gewechselt? Kommt die Katze nach draußen? Anschließend folgen in der Regel eine Kotuntersuchung auf Parasiten sowie bei Bedarf eine Blutuntersuchung. Folgende Behandlungen sind typisch:
- Infusionstherapie bei Dehydratation
- Antiparasitika bei nachgewiesenen Parasiten
- Antibiotika nur bei gesicherter bakterieller Infektion (nicht routinemäßig)
- Kortikosteroide oder Immunsuppressiva bei IBD
- Spezialdiätfutter auf Rezept
Wie kann man Durchfall bei Katzen langfristig vorbeugen?
Vorbeugung ist in den meisten Fällen einfacher als Behandlung. Die wichtigsten Maßnahmen sind ein langsamer Futterwechsel über mindestens 7 bis 10 Tage, eine regelmäßige Entwurmung und Parasitenvorbeugung sowie frisches Wasser, das täglich gewechselt wird. Stressreduktion spielt ebenfalls eine Rolle: Freigängerkatzen sollten vor dem Einführen in den Haushalt vollständig untersucht werden. Kein Tischscharren, keine Milch und keine Süßigkeiten als Leckerli, da Xylit für Katzen toxisch ist.
💬 Meine Einschaetzung
Viele Katzenhalter greifen beim ersten Durchfall sofort zu Probiotika oder Schonkost, was an sich nicht falsch ist. Was dabei jedoch häufig übersehen wird: Die eigentliche Ursache bleibt unbehandelt. Wer Jahr für Jahr immer wieder Schübe erlebt, sollte nicht auf das nächste Symptom reagieren, sondern einmal grundlegend das Futter analysieren lassen. Ein einfacher Kottest auf Giardien kostet wenige Euro und schließt einen der häufigsten chronischen Durchfall-Auslöser zuverlässig aus. Mein konterimitiver Ratschlag: Weniger ist mehr. Statt teuren Superfoods oder täglich wechselnden Futtersorten hilft einer empfindlichen Katze oft eine konsequent monotone, eiweißreiche Ernährung mit einer einzigen Proteinquelle am meisten. Abwechslung im Menüplan ist ein menschliches Bedürfnis, kein katzentypisches.
- Über 70 Prozent der Durchfallfälle bei Katzen haben eine futterbedingte Ursache.
- Die 3-Stufen-Schonkost-Methode (Fasten, Schonkost, Wiedereinführung) hilft bei unkompliziertem akutem Durchfall zuverlässig.
- Blutiger Durchfall, Erbrechen und Apathie sind Notfallsignale, die sofortigen Tierarztbesuch erfordern.
- Probiotika können die Erholungszeit um bis zu 30 Prozent verkürzen, ersetzen aber keine Diagnose.
- Regelmäßige Entwurmung und ein langsamer Futterwechsel über mindestens 7 Tage sind die effektivste Vorbeugung.
- Laktose verträglich sind weniger als 15 Prozent aller erwachsenen Katzen, daher niemals Kuhmilch füttern.
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Quellen und weiterführende Literatur
- Washabau, R. J. & Day, M. J. (Hrsg.): Canine and Feline Gastroenterology. Elsevier Saunders, 2013.
- European Advisory Board on Cat Diseases (ABCD): Leitlinien zu gastrointestinalen Infektionen bei Katzen, abgerufen über abcdcatsvets.org.
- Bundesministerium für Ernährung und Landwirtschaft (BMEL): Empfehlungen zur Tierernährung und Futtermittelsicherheit für Heimtiere, Deutschland.
- Journal of Veterinary Internal Medicine: Studie zur Wirksamkeit von Probiotika bei akuter Diarrhoe bei Katzen (2019), veröffentlicht durch die American College of Veterinary Internal Medicine.












