Kitten brauchen bis zu 3-mal mehr Energie pro Kilogramm Körpergewicht als ausgewachsene Katzen, deutlich höhere Protein- und Calciumwerte sowie eine speziell abgestimmte Futterzusammensetzung – normales Katzenfutter für Erwachsene kann ihren Bedarf nicht decken und gefährdet im schlimmsten Fall Knochen, Muskeln und das Immunsystem. Spezielles Kitten-Futter ist daher bis zum vollendeten 12. Lebensmonat keine optionale Ergänzung, sondern Pflicht.
Kitten-Futter unterscheidet sich von Erwachsenenfutter vor allem durch einen höheren Proteingehalt (mindestens 30-40 % in der Trockenmasse), mehr Calcium und Phosphor für den Knochenaufbau sowie DHA für die Gehirnentwicklung. Welpen werden bis zu 6-mal täglich gefüttert, Portionsgrößen richten sich nach Körpergewicht und Alter. Ab dem 4. Lebensmonat langsam auf 3 Mahlzeiten reduzieren. Qualitatives Nassfutter bildet die Basis; Trockenfutter nur ergänzend einsetzen.
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Warum normales Katzenfutter für Kitten gefährlich ist
Das Skelett eines Kätzchens wächst in den ersten 12 Monaten mit einer Geschwindigkeit, die kein anderes Lebensalter erreicht. Der Calcium-Phosphor-Quotient im Futter muss dabei zwischen 1,1:1 und 1,5:1 liegen, weil ein falsches Verhältnis direkt zu Rachitis oder sekundärem Hyperparathyreoidismus führen kann. Erwachsenenfutter ist für diesen Bedarf nicht ausgelegt: Es enthält oft zu wenig Calcium, zu viel Magnesium und zu wenige hochwertige Aminosäuren wie Taurin und Arginin, die für Herzmuskel und Sehkraft entscheidend sind.
Dazu kommt die Energiedichte: Ein Kitten mit 500 g Körpergewicht benötigt rund 100 kcal pro Tag, was auf das Körpergewicht gerechnet einem Vielfachen des Erwachsenenbedarfs entspricht. Wer hier am falschen Ende spart, riskiert Wachstumsverzögerungen, die sich erst Monate später zeigen. Informiere dich deshalb grundsätzlich darüber, wie du eine Katze richtig ernähren: Was Katzen wirklich brauchen, um den Unterschied zwischen Kitten- und Erwachsenenernährung noch besser einordnen zu können.
Dieser Artikel ersetzt keine tierärztliche Beratung. Gerade in den ersten Lebenswochen sowie bei Gewichtsproblemen oder Durchfall solltest du immer eine Tierärztin oder einen Tierarzt zurate ziehen, bevor du das Futterkonzept grundlegend änderst.
Die 4-Phasen-Kitten-Fütterungsmethode: So geht’s richtig
Für eine strukturierte Ernährung empfiehlt sich die 4-Phasen-Kitten-Fütterungsmethode, die das Futterangebot eng am Entwicklungsstand des Welpen ausrichtet:
| Phase | Alter | Futterform | Mahlzeiten/Tag |
|---|---|---|---|
| 1 – Milchphase | 0-4 Wochen | Muttermilch / Milchaustauscher | 6-8 (alle 3-4 h) |
| 2 – Beifütterung | 4-8 Wochen | Breiiges Nass-Kitten-Futter + Milch | 5-6 |
| 3 – Wachstum | 8 Wochen – 6 Monate | Nass-Kitten-Futter, ggf. Trockenfutter ergänzend | 4-5 |
| 4 – Heranwachsend | 6-12 Monate | Nass-Kitten-Futter, Trockenfutter | 3 |
Der Übergang zwischen den Phasen sollte fließend sein: Neues Futter immer über 7-10 Tage einschleichen, indem der Anteil des neuen Futters täglich um etwa 10-15 % erhöht wird. So vermeidest du Durchfall und Futterverweigerung.
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- Klinisch geprüfte Formel mit DHA aus Fischöl für Gehirnentwicklung
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Welche Nährstoffe Kitten-Futter unbedingt enthalten muss
Hochwertiges Kitten-Futter muss nach den FEDIAF-Richtlinien (dem europäischen Standard für Heimtiernahrung) folgende Mindestgehalte in der Trockenmasse aufweisen: mindestens 30 % Rohprotein, mindestens 9 % Rohfett sowie ein Calcium-Phosphor-Verhältnis von ca. 1,2:1. Darüber hinaus sind folgende Inhaltsstoffe besonders relevant:
- Taurin: Essentielle Aminosäure, die Katzen nicht selbst synthetisieren können. Mangel führt zu dilatativer Kardiomyopathie und Netzhautdegeneration.
- Arginin: Für den Harnstoffzyklus unentbehrlich; ein Mangel kann bereits nach einer einzigen Mahlzeit zu lebensbedrohlichen Ammoniakspiegeln führen.
- DHA (Docosahexaensäure): Omega-3-Fettsäure aus Fischöl, die direkt in Gehirn- und Augenentwicklung einfließt. Studien zeigen, dass DHA-supplementierte Kitten in Lernaufgaben bis zu 20 % besser abschneiden als nicht supplementierte Tiere.
- Vitamin A (vorgeformt, nicht Beta-Carotin): Katzen können pflanzliches Beta-Carotin nicht in Vitamin A umwandeln; tierische Quellen sind zwingend.
Ein häufig übersehener Punkt: Die Feuchtigkeitsversorgung von Kittens ist kritischer als bei adulten Katzen. Da Kitten noch keine ausgeprägte Fähigkeit haben, ihren Durst reguliert zu stillen, sollte Nassfutter mindestens 70 % der täglichen Futtermenge ausmachen. Ein ausschließlich auf Trockenfutter basiertes Kitten-Fütterungskonzept erhöht das Risiko chronischer Nierenerkrankungen im Erwachsenenalter messbar – ein Zusammenhang, den mehrere Langzeitbeobachtungsstudien der Veterinärmedizin belegen.
Nassfutter vs. Trockenfutter: Was ist besser für Kitten?
Nassfutter enthält in der Regel 75-80 % Wasser und versorgt das Kitten damit automatisch mit Flüssigkeit. Trockenfutter ist deutlich energiedichter (etwa 3.500-4.000 kcal/kg gegenüber 700-1.000 kcal/kg beim Nassfutter) und praktischer in der Handhabung, aber es birgt bei ausschließlicher Fütterung das Risiko chronischer Dehydration und damit verbundener Harnwegsprobleme. Die optimale Strategie ist eine 70/30-Kombination: 70 % Nassfutter als Hauptmahlzeit, 30 % hochwertiges Kitten-Trockenfutter als Ergänzung, das gleichzeitig die Zahnreinigung unterstützt.
Wer selbst Futter herstellen möchte, findet in unserem Ratgeber Katzenfutter selber machen: Rezepte und worauf du achten musst alle notwendigen Hinweise zu Mindestanforderungen und Risiken, die bei der Eigenherstellung für Kitten noch strenger zu beachten sind.
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Häufige Fütterungsfehler und wie du sie vermeidest
Selbst engagierte Katzenhalter machen beim Kitten-Futter immer wieder dieselben Fehler. Die fünf häufigsten:
- Kuhmilch füttern: Kitten verlieren nach der Entwöhnung die Laktase-Aktivität. Kuhmilch verursacht Durchfall und liefert kein vollständiges Aminosäureprofil.
- Zu früh auf Erwachsenenfutter umstellen: Viele Halter wechseln bereits mit 6 Monaten. Der Nährstoffbedarf bleibt aber bis zum 12. Monat erhöht, besonders bei großen Rassen wie Maine Coon bis zu 18 Monate.
- Zu wenige Mahlzeiten: Kitten haben kleine Mägen (etwa 20-30 ml). Große Portionen zweimal täglich überlasten das Verdauungssystem; 4-5 kleine Mahlzeiten sind physiologisch sinnvoller.
- Rohes Fleisch ohne Supplementierung: BARF für Kitten ist möglich, aber komplex. Ein Calciumdefizit durch reines Muskelfleisch ohne Knochen oder Ergänzungsmittel ist einer der häufigsten Ursachen von Wachstumsproblemen bei selbst ernährten Kittens.
- Futtermarken häufig wechseln: Ein konstantes Futter stabilisiert Darmflora und Futtergewohnheiten; unnötiger Wechsel fördert Wählerigkeit und Verdauungsprobleme.
Wie viel Kitten-Futter pro Tag: Praktische Richtwerte
Die tägliche Futtermenge hängt von Körpergewicht, Alter und Aktivitätslevel ab. Als grobe Orientierung gelten folgende Werte für Nassfutter mit ca. 85 kcal/100 g:
| Körpergewicht Kitten | Tagesbedarf (kcal) | Nassfutter (g/Tag) |
|---|---|---|
| 200-400 g (4 Wochen) | ca. 60-80 kcal | 70-95 g |
| 500-800 g (8 Wochen) | ca. 100-140 kcal | 120-165 g |
| 1,0-1,5 kg (3-4 Monate) | ca. 160-210 kcal | 190-250 g |
| 2,0-3,0 kg (6-9 Monate) | ca. 240-310 kcal | 280-365 g |
Diese Werte sind Orientierungsrahmen. Die beste Kontrolle bleibt das wöchentliche Wiegen: Ein gesundes Kitten nimmt in den ersten Lebensmonaten täglich etwa 10-15 g zu. Stagnation oder Gewichtsverlust sind ein Warnsignal.
💬 Meine Einschaetzung
Die Kitten-Futter-Debatte dreht sich meist um Marke versus Marke, Nass versus Trocken. Was dabei untergeht: Die größte Stellschraube ist nicht das Produkt, sondern die Fütterungsfrequenz. Ein durchschnittliches Supermarkt-Kitten-Nassfutter, viermal täglich in richtiger Menge angeboten, erzielt für die meisten Kitten bessere Entwicklungsergebnisse als ein Premiumprodukt, das zweimal täglich in einer zu großen Portion verabreicht wird. Kleiner Magen, häufige Mahlzeiten, konstante Marke: Dieses Prinzip ist einfacher und wirkungsvoller als jeder Wechsel zu einem teureren Futter allein. Wer dann noch auf einen nachvollziehbaren Zutatenlistenaufbau achtet, bei dem Fleisch oder Fisch als erste Zutat steht und Getreide höchstens eine Nebenrolle spielt, hat das Fundament für ein gesundes Aufwachsen gelegt.
- Kitten brauchen bis zu 3-mal mehr Energie pro kg Körpergewicht als adulte Katzen.
- Kitten-Futter muss mindestens 30 % Rohprotein (Trockenmasse) und ein Calcium-Phosphor-Verhältnis von 1,1-1,5:1 aufweisen.
- DHA aus Fischöl ist nachweislich entscheidend für Gehirn- und Augenentwicklung.
- Nassfutter sollte mindestens 70 % der täglichen Futtermenge ausmachen, um Dehydration zu vermeiden.
- Bis zum 12. Monat (bei Großrassen bis 18 Monate) auf spezielles Kitten-Futter setzen, keinesfalls früher wechseln.
- 4-5 kleine Mahlzeiten pro Tag sind physiologisch günstiger als 2 große Portionen.
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Quellen und weiterführende Literatur
- FEDIAF (European Pet Food Industry Federation): Nutritional Guidelines for Complete and Complementary Pet Food for Cats and Dogs, aktualisierte Ausgabe 2025
- National Research Council (NRC): Nutrient Requirements of Dogs and Cats, National Academies Press
- Verhoeven G. et al.: Dietary DHA supplementation in kittens and its effects on learning performance – Journal of Veterinary Internal Medicine
- Bundestierärztekammer: Leitlinien zur Ernährung von Kleintieren, Arbeitsgruppe Tierernährung












