Kitten brauchen bis zu dreimal mehr Energie pro Kilogramm Körpergewicht als erwachsene Katzen. Spezielles Kitten-Futter deckt diesen erhöhten Bedarf an Protein, Fett, Kalzium und der essenziellen Aminosäure Taurin ab, die für Herzfunktion und Sehvermögen unverzichtbar ist. Ab dem 4. Lebensmonat bis etwa zur Vollendung des 12. Monats gilt Junges-Tier-Futter als Pflicht.
Unsere Empfehlung
Royal Canin Kitten – präzise auf die Wachstumsphase abgestimmte Nährstoffformel für Kätzchen bis 12 Monate.
Kitten benötigen Futter mit mindestens 30 % Rohprotein (Trockenmasseanteil), ausreichend Taurin sowie einem erhöhten Fettgehalt für die Gehirnentwicklung. Von der 4. Lebenswoche bis zum 12. Monat sollte ausschließlich Jungtier-Futter gefüttert werden – aufgeteilt auf 4 bis 6 kleine Mahlzeiten täglich. Erwachsenen-Katzenfutter ist in dieser Phase ungeeignet und kann Mangelerscheinungen verursachen.
Warum normales Katzenfutter für Kitten nicht geeignet ist
Adultes Katzenfutter ist auf Erhaltungsbedarf ausgelegt, nicht auf Wachstum. Ein Kitten im Alter von 8 Wochen hat jedoch eine etwa 2,5-fach höhere Stoffwechselrate als eine ausgewachsene Katze gleicher Größe. Der Kalziumbedarf liegt beim Jungtier rund 40 % über dem Erwachsenenwert, da Knochen und Zähne sich noch aufbauen. Taurin fehlt in vielen günstigen Erwachsenen-Nassfutterprodukten in ausreichender Konzentration – Herzmuskelerkrankungen (Dilatative Kardiomyopathie) und Sehstörungen sind mögliche Langzeitfolgen.
Wer tiefer verstehen möchte, welche Nährstoffe Katzen generell brauchen, findet in dem Artikel Katze richtig ernähren: Was Katzen wirklich brauchen eine solide Grundlage. Für Kitten gelten dieselben Prinzipien, nur mit deutlich höheren Schwellenwerten.
Tierernährungswissenschaftler empfehlen, den Rohproteingehalt im Kitten-Futter nicht unter 28 % der Trockenmasse zu senken. Gute Nassnahrung für Kitten enthält 8 bis 12 % Rohprotein in der Frischmasse – was bei einem Wassergehalt von etwa 80 % denselben Richtwert ergibt. Günstige Produkte strecken den Proteinanteil häufig mit Getreidestärke, was Wachstumsprobleme begünstigt. Immer die Zutatenliste prüfen: Fleisch oder Fisch muss an erster Stelle stehen.
Die 4-Phasen-Fütterungsmethode für das erste Lebensjahr
Eine strukturierte Herangehensweise erleichtert Haltern den Überblick und schützt das Kitten vor Über- oder Unterversorgung.
Phase 1 (Woche 4 bis 8): Mutterersatzmilch oder Kitten-Aufzuchtmilch, ab Woche 5 langsam Brei aus Aufzuchtmilch und feuchtem Kitten-Futter einführen. Kuhvollmilch ist ungeeignet, da Kätzchen den Milchzucker schlecht verdauen und Durchfall riskieren.
Phase 2 (Woche 8 bis 16): Vollständige Umstellung auf Kitten-Nass- und/oder Trockenfutter. 5 bis 6 Mahlzeiten täglich, da der Magen noch sehr klein ist. Portionsgröße: circa 50 bis 70 g Nassfutter pro Mahlzeit.
Phase 3 (Monat 4 bis 8): 3 bis 4 Mahlzeiten, langsam steigende Portionsgrößen. In diesem Zeitraum finden das stärkste Knochenwachstum und die Gehirnentwicklung statt – der Fettgehalt im Futter bleibt wichtig.
Phase 4 (Monat 9 bis 12): Übergang auf 2 bis 3 Mahlzeiten täglich. Kastrierte Kitten haben ab dem 6. Monat einen um bis zu 30 % reduzierten Energiebedarf – hier ggf. auf Light-Kitten-Varianten wechseln, um Übergewicht vorzubeugen.
Nährstoffvergleich: Kitten-Futter versus Erwachsenen-Futter
| Nährstoff | Kitten-Bedarf (Trockenmasse) | Adulter Bedarf (Trockenmasse) |
|---|---|---|
| Rohprotein | min. 30 % | min. 26 % |
| Rohfett | min. 9 % | min. 9 % (oft weniger) |
| Kalzium | 1,0 % | 0,6 % |
| Phosphor | 0,8 % | 0,5 % |
| Taurin | min. 0,1 % (Nassfutter) | min. 0,1 % |
| DHA (Omega-3) | empfohlen für Gehirnentwicklung | optional |
Quelle für Richtwerte: FEDIAF Nutritional Guidelines for Complete and Complementary Pet Food (2024).
Hill’s Science Plan Kitten
- Klinisch getestete Nährstoffformel mit DHA aus Fischöl
- Erhöhter Kalzium- und Phosphorgehalt für Knochenaufbau
- Weniger geeignet für Kitten mit Getreideintoleranz
Nass- oder Trockenfutter: Was ist für Kitten besser?
Nassfutter enthält bis zu 80 % Wasser und unterstützt die Flüssigkeitszufuhr, was bei Kitten besonders wichtig ist, da sie selten genug aus der Trinkschale saufen. Eine Studie der Cornell University Feline Health Center zeigt, dass Katzen über Futter im Schnitt 60 bis 70 % ihres täglichen Wasserbedarfs decken – bei ausschließlicher Trockenfütterung fehlt genau diese Quelle.
Trockenfutter hat Vorteile bei der Zahnpflege und lässt sich besser dosieren. Idealerweise wird eine Kombination aus beiden Varianten gefüttert: morgens und abends Nassfutter, tagsüber eine kleine Portion hochwertiges Kitten-Trockenfutter. Wer selbst kochen möchte, sollte unbedingt den Artikel Katzenfutter selber machen: Rezepte und worauf du achten musst lesen – dort wird erklärt, welche Zusätze wie Taurin und Kalziumcarbonat bei selbst zubereitetem Futter zwingend notwendig sind.
Fütterungsfehler, die Kitten ernsthaft schaden können
Drei Fehler sind besonders häufig und besonders folgenreich:
- Ad-libitum-Fütterung mit Trockenfutter: Freies Fressen klingt tiergerecht, führt aber bei vielen Kitten zu chronischer Überernährung. Übergewicht im Jungtieralter erhöht das Risiko für Gelenkerkrankungen und Diabetes mellitus im Erwachsenenalter signifikant.
- Vegetarisches oder veganes Futter: Katzen sind obligate Fleischfresser. Taurin, Arachidonsäure und vorgeformtes Vitamin A können von ihrem Stoffwechsel nicht aus pflanzlichen Vorstufen synthetisiert werden. Vegane Kitten-Ernährung ist nach aktueller wissenschaftlicher Datenlage abzulehnen.
- Abrupter Futterwechsel: Der Übergang auf eine neue Marke sollte mindestens 7 Tage dauern, um Durchfall und Futterverweigerung zu vermeiden. Täglich 10 bis 15 % des alten Futters durch das neue ersetzen.
Zeigt dein Kitten nach einem Futterwechsel anhaltenden Durchfall, Erbrechen, Juckreiz oder Fellveränderungen, kann eine Futterunverträglichkeit vorliegen. Lies dazu mehr unter Katzenfutter-Allergie erkennen und richtig handeln und konsultiere beim Verdacht immer eine Tierarztpraxis.
Wie viel Kitten-Futter ist die richtige Menge?
Die Fütterungsmenge richtet sich nach Körpergewicht, Alter und ob das Kitten kastriert wurde. Als grobe Orientierung gilt für Nassfutter: 40 bis 50 g pro Kilogramm Körpergewicht täglich. Ein 1-kg-Kitten bekommt also rund 40 bis 50 g, ein 2-kg-Kitten 80 bis 100 g. Die Angaben auf der Verpackung sind oft Maximalwerte und großzügig kalkuliert.
Wöchentliches Wiegen in den ersten sechs Lebensmonaten gibt Sicherheit: Gesunde Kitten nehmen 50 bis 100 g pro Woche zu. Stagniert die Gewichtszunahme oder nimmt das Tier zu schnell zu, sollte die Portionsgröße angepasst werden.
Animonda Carny Kitten Nassfutter
- Hoher Fleischanteil ohne Getreide, geeignet für sensible Mägen
- Erhältlich in praktischen Einzelportions-Pouches
- Textur für sehr junge Kitten unter 8 Wochen noch zu fest
💬 Meine Einschaetzung
Die Diskussion um Kitten-Futter dreht sich fast immer um Marken und Preise. Was dabei zu kurz kommt: Die Fütterungsfrequenz ist mindestens genauso wichtig wie die Futterqualität. Ein Kitten, das dreimal täglich eine kleine Portion hochwertiges Futter bekommt, entwickelt sich besser als eines, das zweimal täglich eine große Menge bekommt und dazwischen hungert. Der Magen eines jungen Kätzchens fasst schlicht nicht viel. Wer das versteht, spart sich außerdem viele Tierarztbesuche wegen Verdauungsproblemen. Ein weiterer blinder Fleck: Kastrations-Zeitpunkt und Futterumstellung werden kaum im Zusammenhang diskutiert. Dabei sinkt der Kalorienbedarf direkt nach der Kastration messbar, während viele Halter noch Monate weiter die alten Portionen füttern. Mein Rat: Schon ab dem Tag der Kastration die Tagesmenge um 20 bis 25 % reduzieren und das Gewicht engmaschig kontrollieren.
- Kitten brauchen bis zu 3-mal mehr Energie pro kg Körpergewicht als adulte Katzen.
- Mindestens 30 % Rohprotein (Trockenmasse) und nachgewiesener Taurin-Gehalt sind Pflicht.
- Die 4-Phasen-Fütterungsmethode strukturiert das gesamte erste Lebensjahr zuverlässig.
- Nassfutter deckt 60 bis 70 % des Wasserbedarfs – bei reiner Trockenfütterung droht chronischer Flüssigkeitsmangel.
- Nach der Kastration sinkt der Energiebedarf um bis zu 30 % – Portionen sofort anpassen.
- Futterwechsel immer über mindestens 7 Tage einschleichen, um Verdauungsprobleme zu vermeiden.
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Quellen und weiterführende Literatur
- FEDIAF (Europäischer Heimtiernahrungs-Verband): Nutritional Guidelines for Complete and Complementary Pet Food for Cats and Dogs, Ausgabe 2024
- National Research Council (NRC) of the National Academies: Nutrient Requirements of Dogs and Cats, 2006 (weiterhin Referenzstandard)
- Cornell University College of Veterinary Medicine, Feline Health Center: Kitten Care – Feeding Your Kitten (aktuelle Online-Ressource)
- Verbraucherzentrale Deutschland: Tiernahrung im Test – Worauf bei Katzenfutter zu achten ist, 2023












